• 31. Januar 2019

Annegret Kramp-Karrenbauer, Vorsitzende der CDU Deutschlands

„Die große Mehrheit will ein vereintes und starkes Europa!“

Annegret Kramp-Karrenbauer, Vorsitzende der CDU Deutschlands

Annegret Kramp-Karrenbauer, Vorsitzende der CDU Deutschlands 150 150 Sven Lilienström

Die große Mehrheit will ein vereintes und starkes Europa!

Annegret Kramp-Karrenbauer ist seit Dezember 2018 Vorsitzende der CDU Deutschlands. Erst wenige Monate zuvor wurde die 56-Jährige Saarländerin zur neuen CDU-Generalsekretärin gewählt. Für den Wechsel in die Bundespolitik trat sie von ihrem Amt als Ministerpräsidentin des Saarlands zurück, welches sie sieben Jahre innehatte. Kramp-Karrenbauer gilt als mögliche nächste Kanzlerkandidatin der Christdemokraten. Sven Lilienström, Gründer der Initiative Gesichter der Demokratie, sprach mit Annegret Kramp-Karrenbauer über Demokratie, Rechtspopulismus und Cyber-Kriminalität.

Annegret Kramp-Karrenbauer, Vorsitzende der CDU Deutschlands | © CDU / Laurence Chaperon

Annegret Kramp-Karrenbauer, Vorsitzende der CDU Deutschlands | © CDU / Laurence Chaperon

Frau Kramp-Karrenbauer, als neues Gesicht in der Riege der „Gesichter der Demokratie“ möchten wir Sie zu allererst fragen: Welchen Stellenwert haben Demokratie und demokratische Werte für Sie ganz persönlich?

Annegret Kramp-Karrenbauer: Da könnten Sie mich auch fragen, welchen Wert Atmen für mich hat. Demokratie mit all ihren starken Werten und Prinzipien ist die entscheidende Voraussetzung, dass wir in Freiheit, Frieden und Wohlstand leben.

Laut Forsa-Umfrage haben Sie bereits wenige Tage nach Ihrem Amtsantritt als CDU-Vorsitzende in der Wählergunst kräftig dazugewonnen. Wie hoch ist der Druck, die in Sie gesetzten Erwartungen zu erfüllen?

Annegret Kramp-Karrenbauer: Wer sich für hohe Ämter bewirbt, steht immer unter Druck.

Ich habe einen klaren Plan, wie ich die CDU zu neuer Stärke führen will.

Wichtig ist, sich nicht treiben zu lassen. Ich habe einen klaren Plan, wie ich die CDU zu neuer Stärke führen will. Und diesen setze ich jetzt mit Mut, Optimismus und Freude am Gestalten um.

Im Mai wird das neue Europaparlament gewählt. Zugleich nehmen rechtspopulistische Strömungen in Deutschland sowie in Teilen Europas zu. Wie stellen Sie sich gegen diesen Trend?

Annegret Kramp-Karrenbauer: Zunächst einmal, indem ich über die Fragen rede, die den Menschen auf den Nägeln brennen und unsere Antworten darauf.

Die große Mehrheit der Leute will ein vereintes und starkes Europa!

Die große Mehrheit der Leute will ein vereintes und starkes Europa. Deshalb reden wir darüber: Welches Europa wollen wir? Gleichzeitig werden wir deutlich machen: Wenn sich Menschen Sorgen um ihre Zukunft machen und reflexartig Schutz in nationaler Abschottung suchen, gibt es diesen Schutz nur in einer starken europäischen Gemeinschaft. Und in einer Welt, die auf der Grundlage von fairen Regeln zusammenarbeitet für eine bessere Zukunft der Menschen – egal wo sie leben.

Die NATO schließt eine Diskussion über eine atomare Nachrüstung in Europa nicht mehr aus, sofern Russland an seinen Marschflugkörpern vom Typ SSC-8 festhält. Was bedeutet das für unsere Sicherheit in Deutschland?

Annegret Kramp-Karrenbauer: Derzeit gibt es intensive Gespräche auf allen Ebenen mit Russland, damit diese Frage im Einvernehmen gelöst werden kann. Ziel muss es sein, dass der INF-Vertrag bestehen bleibt.

Der aktuelle Datenskandal zeigt: Die Grenzen zwischen Cyberangriffen im Regierungsauftrag und Cybermobbing aus dem „Kinderzimmer“ sind fließend. Welche Lehren ziehen Sie aus dem Fall?

Annegret Kramp-Karrenbauer: Dieser Fall hat noch einmal gezeigt, dass Cyber-Kriminalität eine der großen Bedrohungen unserer Zeit ist und sie zeigt sich in vielen Formen.

Wir brauchen zielgenaue Lösungen für konkrete Probleme.

Deshalb brauchen wir zielgenaue Lösungen für konkrete Probleme – von sicheren Passwörtern bis hin zum systematischen Kampf gegen Cyberangriffe aus dem Ausland.

Navigieren auf Sicht: Der Regierungsstil der Bundeskanzlerin wird häufig als nüchtern, pragmatisch und sachlich empfunden. Auch wenn die Kanzlerfrage erst 2021 entschieden wird, was würden Sie anders machen?

Annegret Kramp-Karrenbauer: Diese Frage stellt sich im Moment nicht. Aber mit Blick auf die, die mit Lautstärke und Unberechenbarkeit reagieren, bin ich heilfroh, dass bei uns Nüchternheit, Pragmatismus und Verantwortungsbereitschaft herrschen.

Frau Kramp-Karrenbauer, letztes Jahr standen Sie gleich zweimal zur Wahl: Was hilft Ihnen im Wahlkampfstress – aber auch im politischen Alltag – abzuschalten und den Kopf wieder frei zu bekommen?

Annegret Kramp-Karrenbauer: Zeit mit meiner Familie und meinem Mann. Das ist meine Kraftquelle.

Vielen Dank für das Interview Frau Kramp-Karrenbauer!

Vor- und Nachname

E-Mail-Adresse

Alfred Theodor Ritter, Inhaber und Vorsitzender des Beirats von Ritter Sport„Demokratie benötigt informierte und mündige Bürger!“  shares 18 11»
Gabor Steingart, Gründer und Herausgeber der Media Pioneer Publishing GmbH„Zukunft ist keine Kopie der Gegenwart!“  shares 18 11»
Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt„Jede Generation muss sich aufs Neue für Demokratie öffnen!“  shares 18 8»
Erna Solberg, Prime Minister of the Kingdom of Norway“You should always have respect for people’s votes and opinions!”  shares 172 10»
Kolinda Grabar-Kitarović, President of the Republic of Croatia“I remember how much I yearned for democracy, when I was a girl growing up in Yugoslavia!”  shares 172 30»
Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung„Die Nation ist unsere Heimat und Europa ist unsere Zukunft!“  shares 18 8»
Holger Beeck, Vorstandsvorsitzender McDonald’s Deutschland„Demokratie bedeutet Verantwortung!“  shares 18 8»
Prof. Dr. Peter Brandt, Historiker und Sozialdemokrat„In Europa ist Demokratie untrennbar mit dem Sozialstaat konnotiert!“  shares 5 7»
Ernst Primosch, CEO von Edelman Deutschland„Für die Demokratie müssen Unternehmen ihre Kommunikation verändern!“  shares 18 7»
BDA-Präsident Ingo Kramer„Demokratie beweist sich in der Toleranz gegenüber dem Anderen!“  shares 18 7»
SIEBEN FRAGEN AN
Sag JA! zur Demokratie
Ja, ich stehe zu den demokratisch-zivilgesellschaftlichen Grundwerten. Mein Commitment ist rein moralischer Natur.
Vielen Dank für Dein Commitment!
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und zur Kenntnis genommen und willige in die dort beschriebene Art, den Umfang und die Zwecke der Erhebung und Verwendung meiner personenbezogenen Daten ein.
Say YES! to Democracy
Yes, I stand by the fundamental democratic values of civil society. My commitment is of a purely moral nature. My data will not be forwarded to third parties.
Thank you for your commitment!
UNSER GESICHT DER WOCHE
- Das Interview -
Alfred Theodor Ritter
Inhaber und Vorsitzender des Beirats der Alfred Ritter GmbH & Co. KG
„Mir persönlich sind Demokratie und demokratische Werte sehr wichtig. Demokratie benötigt informierte, mündige Bürger und damit eine Informationspolitik, die nicht postfaktisch ist!“
"