• 2. März 2017

Wolfgang Bosbach

Wolfgang Bosbach

Wolfgang Bosbach 150 150 Sven Lilienström

„Auch 2017 wird die Kanzlerin als Mutmacherin überzeugen können!“

Ab sofort stellen wir jeden Monat Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sieben Fragen zu den Themen werteorientierte Politik, Wirtschaftsethik, Sicherheit und gesellschaftliche Verantwortung. Nachfolgend findet Ihr unserer erstes Interview mit Wolfgang Bosbach:

Herr Bosbach, Sie werden häufig als authentischer und bürgernaher Politiker beschrieben, der sich nicht davor scheut, auch einmal unbequeme Themen zur Diskussion zu bringen. Sind es genau diese Politikertypen, die sich die Menschen heute mehr denn je wünschen?

Wolfgang Bosbach: Ja soll ich denn jetzt allen Ernstes antworten, dass ich genau der Politikertyp bin, den sich die Menschen wünschen? Meine Veranstaltungen sind sehr gut besucht und meine Wahlergebnisse konnten sich immer sehen lassen. Ich sage es daher mal so: Offensichtlich gibt es viele, die mit meiner Art Politik zu machen, sehr einverstanden sind.

Der Titel des CDU-Leitantrags lautet „Orientierung in schwierigen Zeiten – für ein erfolgreiches Deutschland und Europa“. Ist das nicht sehr pessimistisch formuliert? Glauben Sie, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel 2017 auch als Mutmacherin überzeugen kann bzw. muss?

Wolfgang Bosbach: Die Begriffe “Orientierung” und “Erfolg” haben doch keine pessimistische, sondern eine optimistische Bedeutung. Und dass wir in schwierigen Zeiten leben, kann man ernsthaft nicht bestreiten. Ja, auch 2017 wird die Kanzlerin als Mutmacherin überzeugen können.

Laut aktuellem „Sonntagstrend“ des Emnid-Instituts für die „Bild am Sonntag“ hält die Mehrheit der Deutschen die Aussagen von Martin Schulz in Teilen für unglaubwürdig. Überrascht Sie dieses Ergebnis?

Wolfgang Bosbach: Nein. Wenn das Risiko Opfer einer Straftat zu werden im rot-grün-regierten NRW ca. 70% höher ist als im CSU-regierten Freistaat Bayern, glaubt doch kein Mensch die Behauptung von Martin Schulz, die Union trüge die Verantwortung für eine schlechter gewordene Sicherheitslage in Deutschland.

Im Herbst ist Bundestagswahl. Welche Rolle spielen die ländlichen Regionen in Deutschland für das Wahlergebnis? Muss dort ein „anderer“ Wahlkampf mit anderen Themenschwerpunkten geführt werden als in den Metropolen der Republik?

Wolfgang Bosbach: Wir können doch nicht mit zwei verschiedenen Wahlprogrammen antreten – eines für die Großstädte und ein anderes für die ländlichen Regionen. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt nicht in Großstädten, sondern in kleinen oder mittelgroßen Kommunen. Damit ist über deren Bedeutung alles gesagt.

Renommierte US-Medien wie die New York Times oder CNN werden von Präsident Trump offen als „Fake News“ betwittert. Hierzulande hört man immer wieder Begriffe wie Lügenpresse, Mainstream- oder Systemmedien. Wie beunruhigt sind Sie über diese Entwicklung?

Wolfgang Bosbach: Genau so beunruhigt wie die meisten anderen auch. Ich halte den Begriff der „Lügenpresse“ nicht nur für ehrabschneidend, sondern auch für sachlich schlicht falsch. Allerdings beunruhigt es mich auch, wenn bei wichtigen Themen bestimmte wichtige Fakten kaum oder überhaupt nicht erwähnt werden.

Wie kann man insbesondere junge Menschen für Politik begeistern? Welche Möglichkeiten sehen Sie, den Bürgerinnen und Bürgern komplexe gesellschafts-, wirtschafts- und sicherheitspolitische Zusammenhänge begreifbarer zu machen ohne in populistische Argumentationsmuster zu verfallen?

Wolfgang Bosbach: Mit einer verständlichen Sprache, mit der Kombination von Wort & Tat, denn gerade junge Menschen wollen schnell Fakten schaffen, Ergebnisse sehen und mit einer Themenauswahl die deutlich macht, dass politische Entscheidungen für die Zukunftschancen der jungen Leute von überragender Bedeutung sind.

Eine persönliche Frage Herr Bosbach. Welches Erlebnis hat Sie am meisten in Ihrer politischen Arbeit geprägt? Welcher war der emotionalste Moment in Ihrer bisherigen Karriere?

Wolfgang Bosbach: Da muss ich nicht lange nachdenken, eindeutig der letzte Wahlabend! 58,5% Erststimmen waren ein überwältigender Vertrauensbeweis. Da war ich nicht nur verblüfft, sondern geradezu gerührt.

Vielen Dank für das Interview!

Vor- und Nachname

E-Mail-Adresse

Prof. Dr. Anja Steinbeck, Rektorin der HHU Düsseldorf„Die Universität soll den Menschen ermöglichen, sich eine vorurteilsfreie Meinung zu bilden!“  shares 13 26»
Fernsehjournalistin Sandra Maischberger„Einer redaktionell kuratierten Auswahl an Nachrichten traue ich mehr, als jeder Timeline im Netz!“  shares 28 8»
Schauspielerin und Influencerin Pia Tillmann„Es liegt an den Nutzern, etwas Gutes daraus zu machen!“  shares 28 9»
NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer„Es geht darum, Politik nicht nur für, sondern mit Jugendlichen zu gestalten!“  shares 13 26»
Dr. Johannes Teyssen, Vorsitzender des Vorstands der E.ON SE„Für mich ist die Demokratie die einzige Staatsform, in der ich leben möchte!“  shares 3 9»
Jean Asselborn, Minister für auswärtige und europäische Angelegenheiten„Unsere Demokratie ist immer nur so stark, wie wir sie machen!“  shares 13 25»
Annegret Kramp-Karrenbauer, Vorsitzende der CDU Deutschlands„Die große Mehrheit will ein vereintes und starkes Europa!“  shares 13 25»
OSZE-Generalsekretär Thomas Greminger„Mich beunruhigt, dass die Vorstellung von der OSZE als Wertegemeinschaft erodiert!“  shares 13 27»
UNDEF Executive Head Annika Savill“Some traditional forms of democracy are alienating more and more people”  shares 171 8»
Maria Großbauer, Organisatorin des Wiener Opernballs„Die letzten 24 Stunden vor dem Ball sind die besten!“  shares 28 8»
SIEBEN FRAGEN AN
Sag JA! zur Demokratie
Ja, ich stehe zu den demokratisch-zivilgesellschaftlichen Grundwerten. Mein Commitment ist rein moralischer Natur.
Vielen Dank für Dein Commitment!
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und zur Kenntnis genommen und willige in die dort beschriebene Art, den Umfang und die Zwecke der Erhebung und Verwendung meiner personenbezogenen Daten ein.
Say YES! to Democracy
Yes, I stand by the fundamental democratic values of civil society. My commitment is of a purely moral nature. My data will not be forwarded to third parties.
Thank you for your commitment!
UNSER GESICHT DER WOCHE
- Das Interview -
Prof. Dr. Anja Steinbeck
Rektorin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
„Die Universität kann die Grundlage dafür schaffen, dass die Menschen, mit denen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sprechen, sich aufgrund gesicherter Erkenntnisse ihre eigene Meinung bilden können und eben nicht auf Populisten hören müssen, die völlig faktenfrei irgendwelche Tatsachen behaupten!“
"