• 5. April 2019

Namika, Sängerin und Songschreiberin

„Anders sein“ bedeutet „interessant sein“

Namika, Sängerin und Songschreiberin

Namika, Sängerin und Songschreiberin 150 150 Sven Lilienström

„Anders sein“ bedeutet „interessant sein“

Namika (Hanan Hamdi) ist eine deutsche Sängerin und Songschreiberin. Bundesweite Bekanntheit erlangte die 27-jährige Frankfurterin mit ihren Songs „Lieblingsmensch“ und „Je ne parle pas français“, welche auf YouTube zusammen weit über 100 Millionen mal aufgerufen wurden. Sven Lilienström, Gründer der Initiative Gesichter der Demokratie, sprach mit Namika über Heimat, Multikulti und die Frage, warum „Anders sein“ interessant macht.

Bekannt durch ihre Songs „Lieblingsmensch“ und „Je ne parle pas français“: Die Sängerin und Songschreiberin Namika | © David Daub

Bekannt durch ihre Songs „Lieblingsmensch“ und „Je ne parle pas français“: Die Sängerin und Songschreiberin Namika | © David Daub

Demokratie ist für viele Jugendlichen und junge Erwachsenen etwas völlig Selbstverständliches. Welchen Stellenwert haben Demokratie und demokratische Werte für Dich ganz persönlich Namika?

Namika: Demokratie versichert uns, dass wir als Bürgerinnen und Bürger wählen dürfen, wer unser Land anführt und regiert. An sich etwas tolles, das weltweit gar nicht so selbstverständlich ist.

Wichtig ist, sich mit der Materie Politik auseinanderzusetzen, um nicht aus Unwissenheit der falschen Partei die eigene Stimme zu geben.

Umso wichtiger ist es, sich als Bürgerin oder Bürger mit der Materie Politik auseinanderzusetzen, um nicht aus Unwissenheit der falschen Partei die eigene Stimme zu geben. Mitspracherecht heißt eben auch Verantwortung und deshalb ist es notwendig, dieses Wahlrecht mit Bedacht und richtig einzusetzen.

Vom 23. bis 26. Mai finden die Europawahlen statt. Gibt es etwas, was Du den jungen Erstwählern sagen möchtest – insbesondere denjenigen, die noch unentschlossen sind zur Wahl zu gehen?

Namika: Ein Tipp den ich Erstwählern gerne geben möchte ist: setzt Euch bitte unbedingt mit allen Wahlprogrammen auseinander, bevor Ihr Euch entscheidet. Eure Stimme ist Gold wert – geht auch so mit ihr um!  🙂

Du hast 124.000 Abonnenten auf Instagram. Wo liegen Deiner Meinung nach die Grenzen der Meinungsfreiheit in sozialen Netzwerken? Welche Erfahrungen hast Du mit „Hatern“ gemacht?

Namika: Diskutieren ist vollkommen ok. Eine andere Meinung zu haben und zu äußern ist auch vollkommen ok.

Behandle deine Mitmenschen so, wie du selbst gern behandelt werden möchtest und Hass wird schnell keinen Platz mehr in unseren Herzen finden.

Sobald jedoch Hass ins Spiel kommt, ziehe ich die Handbremse und erinnere meine Follower daran, auch bei Diskussionen mit unterschiedlichen Meinungen mindestens freundlich zueinander zu sein. Dabei kommt in den meisten Fällen ein außergewöhnlich konstruktiver Austausch zustande.

Also: Behandle deine Mitmenschen so, wie du selbst gern behandelt werden möchtest und Hass wird schnell keinen Platz mehr in unseren Herzen finden.

Deine Eltern stammen aus der marokkanischen Küstenstadt Nador. Auch Dein Debütalbum aus dem Jahr 2015 mit der Single „Lieblingsmensch“ heißt Nador. Wie viel „Multikulti“ steckt in Dir?

Namika: Ich bin in Frankfurt am Main geboren und aufgewachsen. In einer Stadt in der – Gott sei dank – seitdem ich denken kann, Multikulti gelebt und gefeiert wird. Ich bin sehr froh darüber, in einer Stadt geboren zu sein, in der man automatisch „open-minded“ aufwächst.

Querdenker und Individualisten, die unser Land auf positive Weise nach vorne brachten, waren schon immer willkommen und werden es auch bleiben.

„Anders sein“ bedeutete schon immer „interessant sein“. Querdenker und Individualisten, die unser Land auf positive Weise nach vorne brachten, waren schon immer willkommen und werden es auch bleiben.

Ich liebe Deutschland dafür, dass Multikulti funktioniert hat, noch bevor die angstschürenden Worte der AfD das in Frage stellen konnten.

Ich liebe Deutschland dafür, dass Multikulti funktioniert hat, noch bevor die angstschürenden Worte der AfD das in Frage stellen konnten. Es hat also schon immer funktioniert und wird auch weiterhin funktionieren. Und immer, wenn man uns Angst machen will, müssen wir uns nur daran erinnern, dass wir uns all die Jahre zuvor aus gutem Grund lieb hatten. 🙂

In einem Interview sagtest Du einmal: „Zuhause ist da, wo Dein WLAN ist“. Jetzt mal ehrlich Namika: Was bedeutet Heimat für Dich und wo fühlst Du Dich zuhause?

Namika: Ok. So richtig, richtig zuhause fühle ich mich in Frankfurt am Main. Dort leben meine Familie und meine Kindheitsfreunde. 🙂

Erst vor wenigen Tagen bist Du mit dem Deutschen Musikautorenpreis für Deinen Song „Je ne parles pas français“ ausgezeichnet worden. Was ist dieses Jahr musikalisch bei Dir geplant?

Namika: Erstmal ist nur Studiozeit geplant. Ich arbeite derzeit an drei Alben gleichzeitig und genieße das kreative Arbeiten voll und ganz. Im November und Dezember 2019 bin ich dann auf meiner „Que Walou“-Tour, die aus gesundheitlichen Gründen im Januar verschoben werden musste.

Meine Band und ich haben auf jeden Fall richtig Lust und freuen uns über jeden Einzelnen, der zu unseren Shows kommt.

Umso schöner, dass ich nun topfit und mit absoluter Vorfreude der kommenden Tour entgegen fiebere. 🙂 Meine Band und ich haben auf jeden Fall richtig Lust und freuen uns über jeden Einzelnen, der zu unseren Shows kommt.

Liebe Namika, auch wenn Du vieles aus Deinem Leben mit Deinen Fans und Followern teilst: Gibt es ein kleines oder großes Geheimnis über Dich, welches Du uns heute verraten möchtest?

Namika: Hmm…eigentlich nicht. Falls mir aber irgendwann doch was einfallen sollte, werdet Ihr das auf meiner Facebook-, Instagram– oder Twitter-Seite lesen können. 😉

Vielen Dank für das Interview liebe Namika!

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